Für rund 274.000 Schülerinnen und Schüler beginnt in Hamburg das neue Schuljahr. Allein an den staatlichen Schulen werden 254.420 Kinder und Jugendliche unterrichtet – so viele wie seit 45 Jahren nicht mehr. Und auch an anderer Stelle verzeichnet Hamburgs Bildungssystem neue Rekorde. Ein Blick auf Zahlen und Fakten zeigt: Hamburg geht gut vorbereitet ins neue Schuljahr.
Rekordzahlen, neue Schulen und Höchststände im Ganztag: Hamburg wächst und bleibt als Bildungsstandort attraktiv. Das unterstrich Hamburgs Schulsenatorin und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Ksenija Bekeris zum Schuljahresstart. Gleichzeitig stellt die steigende Zahl der Schülerinnen und Schüler die Stadt vor große Aufgaben.
Die gute Nachricht: Hamburg ist vorbereitet. Im Schuljahr 2026/27 werden erneut mehr als 500 Millionen Euro in neue, größere und modernisierte Schulen investiert. Nahezu alle Lehrkräftestellen sind besetzt. Zwei neue Schulen nehmen ihren Betrieb auf. Und beim Ganztag hat Hamburg einen neuen Höchststand erreicht.
Ganztag: Hamburg setzt Maßstäbe
Fast 92 Prozent der Hamburger Grundschülerinnen und Grundschüler nehmen am Ganztagsangebot teil. 14 Jahre nach Einführung des Rechtsanspruchs ist der Ganztag eine Hamburger Erfolgsgeschichte. Die Stadt bietet Familien Verlässlichkeit im Alltag und Kindern Möglichkeiten für gemeinsames Lernen, individuelle Förderung, Bewegung, Kreativität und Freizeit.
„Wir wollen den Ganztag inhaltlich und qualitativ weiterentwickeln, um auch Lernentwicklung in unterschiedlicher Form über den ganzen Schultag zu ermöglichen und so Bildungsgerechtigkeit weiter zu stärken.“
Ksenija Bekeris
Auch die Ferienbetreuung wird stark nachgefragt: Mehr als die Hälfte der Kinder aus den Klassenstufen eins bis vier – 51,1 Prozent – hat sie genutzt. „Familien können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder auch in den Ferien gut betreut sind“, sagt Ksenija Bekeris.
Mehr Kinder, mehr Lehrkräfte, mehr Unterstützung
Zum neuen Schuljahr werden rund 19.000 Kinder eingeschult. Rund 17.400 Schülerinnen und Schüler wechseln an Stadtteilschulen und Gymnasien in die fünften Klassen. Insgesamt stehen an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen 16.166 Vollzeitstellen für Lehrkräfte zur Verfügung – 112 mehr als im vergangenen Schuljahr.
Hamburg ist ein attraktiver Ort für Lehrerinnen und Lehrer: In den vergangenen zehn Jahren hat die Stadt rund 10.000 neue Lehrkräfte eingestellt. Allein 2026 sind bislang 833 hinzugekommen, davon 507 zum aktuellen Schuljahresstart. Das ist angesichts des bundesweiten Lehrkräftemangels eine starke Leistung.
Auch die multiprofessionellen Teams an den Schulen werden weiter gestärkt. Für pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal stehen 2.566 Stellen zur Verfügung, für die Schulsozialarbeit 202 Stellen.
Neue und bessere Schulen in ganz Hamburg
Bildung braucht gute Räume. Deshalb treibt Hamburg den Schulbau weiter mit großem Tempo voran. Mehr als 500 Millionen Euro fließen auch in diesem Jahr in Neubau, Erweiterung, Sanierung und Instandhaltung.
Im neuen Schuljahr starten zwei neue Schulen, beide im Bezirk Bergedorf: das Bille-Gymnasium in Lohbrügge und die Schule Leuschnerstraße als Grund- und Stadtteilschule. Zugleich werden zahlreiche bestehende Schulstandorte erweitert oder grundlegend erneuert, wie das Gymnasium Hochrad in Othmarschen, die Stadtteilschule Winterhude, das Gymnasium Hummelsbüttel und die ebenfalls in Hummelsbüttel gelegene Grundschule Grützmühlenweg.
Auch mehrere große Bauvorhaben sollen im Laufe des Schuljahres fertiggestellt werden, darunter der sanierte und umgebaute Standort des Gymnasiums Rotherbaum sowie der Campus Ausschläger Weg. Nach dem Brand im Januar 2025 wird außerdem die Grundschule Mendelstraße neu errichtet. Das moderne und barrierefreie Gebäude soll nach nur 15 Monaten Bauzeit Anfang September 2026 übergeben werden.
Bildung muss mit der Zeit gehen
Zur Schule von heute gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Technologien. Hamburg arbeitet deshalb an einer datenschutzkonformen KI-Plattform für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Mit AIS.chat sollen Kinder und Jugendliche lernen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert, wo ihre Chancen liegen und wo ihre Grenzen.
KI soll nicht die eigene Recherche ersetzen, sondern kann helfen, Fragen weiterzuentwickeln, komplizierte Inhalte verständlicher zu machen und Antworten kritisch zu überprüfen. So wird digitale Bildung mit einem Ziel verbunden, das in der Schule immer zählt: selbstständiges Denken.
Gute Bildung ist eine gemeinsame Aufgabe
Der Schulstart 2026/27 macht deutlich: Hamburg hat in den vergangenen Jahren viel aufgebaut: Der Ganztag ist etabliert, die Zahl der Lehrkräfte ist stark gestiegen, Schulen werden modernisiert und neue Standorte geschaffen. Auch in einer schwierigen Haushaltslage ist es gelungen, diese Erfolge des Hamburger Bildungssystems und die notwendigen Investitionen zu sichern, um jedes Kind unabhängig von Herkunft und Einkommen bestmöglich zu unterstützen.
Hamburg startet mit guten Voraussetzungen in dieses Schuljahr. Und wir arbeiten weiter daran, dass aus diesen Voraussetzungen beste Bildungschancen für alle werden.
Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und Familien einen guten Start in das neue Schuljahr!
Das ist schon toll, wie Schulpolitik in Hamburg seit Jahrzehnten läuft. Sehr kluge Politik!
Weniger toll ist, dass in dieser wie anderen Erklärungen nicht darauf eingegangen wird, was die Presse dazu schreibt (Klassen werden größer). Dabei erleben wir dauernd, dass die Menschen Sorge haben, weil sie alles mögliche hören und erleben.