Warum Olympia in Hamburg eine „Chance für alle“ ist

Sportsenator Andy Grote über Spiele für alle, wichtige Anregungen aus der Bevölkerung und darüber, welche Trendsportarten sich die Hamburgerinnen und Hamburger wünschen.

Parabike | Bild: MOKA-Studio

Hamburg bewirbt sich um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele – mit einem Konzept, das ausdrücklich auf die Stadt zugeschnitten ist. „Es sollen die Spiele der Hamburgerinnen und Hamburger sein“, kündigt Sportsenator Andy Grote an. Damit dieses Versprechen eingelöst wird, hat die Stadt in den vergangenen Monaten intensiv auf Beteiligung gesetzt und hunderte Hinweise aus der Bevölkerung gesammelt.

Viele davon fließen nun in das Bewerbungskonzept ein, das im Juni beim Deutschen Olympischer Sportbund (DOSB) eingereicht werden soll.

Mehr als 3.000 Menschen haben sich unter dem Motto „Deine Stadt, deine Stimme, deine Spiele“ bei Bürgerdialogen und online informiert und eigene Ideen eingebracht. Insgesamt gingen rund 800 konkrete Rückmeldungen ein. Sie betreffen unter anderem Mobilität, die nachhaltige Nachnutzung von Sportstätten, soziale Teilhabe, Inklusion sowie ein stadtweites Rahmenprogramm.

Andy Grote | Foto: Senatskanzlei Hamburg / Jan Pries
Foto: Senatskanzlei Hamburg / Jan Pries

Andy Grote: „Bei Hamburgs Olympiabewerbung setzen wir auf die Kompetenz und Expertise derjenigen, die unsere Stadt am besten kennen: Die Hamburgerinnen und Hamburger. Ihre Vorschläge, Ideen und Rückmeldungen helfen uns, das Konzept noch besser auf die Stadt zuzuschneiden und auch Befürchtungen so aufzugreifen, dass sie eben gar nicht erst eintreten.“

Hamburgs Bewerbungskonzept, so Grote, sei „wie noch keine andere Konzeption auf unsere Stadt zugeschnitten. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal unserer Bewerbung und unsere große Stärke. Diese Spiele sind das, was wir gemeinsam daraus machen: Eine Chance für alle!“

Besonders häufig wurden Hinweise zu modernen Mobilitätsangeboten (25 Prozent der Rückmeldungen), einem olympischen und paralympischen Rahmenprogramm, das möglichst alle Stadtteile mit Mitmach-Aktionen – insbesondere für Kinder und Jugendliche – einbezieht (19 Prozent) sowie zur Modernisierung und dem Ausbau der Sport- und Trainingsstätten (11 Prozent) formuliert. Auch die Themen Nachhaltigkeit und langfristiger Nutzen für die Stadt wurden als besonders bedeutend eingestuft (je 10 Prozent).

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Barrierefreiheit. Ziel sei es, Hamburg im Zuge der Spiele deutlich voranzubringen, etwa bei der barrierearmen Anreise und der Gestaltung von Sportstätten. Olympia-Projektleiter Steffen Rülke formuliert den Anspruch klar: Hamburg solle zur barriereärmsten Metropole Deutschlands werden.

Welche neue Sportart wünschen sich die Hamburgerinnen und Hamburger?

Bei der Frage, welche Sportart neu ins Programm aufgenommen werden sollte (hier darf der Gastgeber dem DOSB Vorschläge machen), bevorzugen die Hamburgerinnen und Hamburger überwiegend Sportarten mit Wasserbezug wie Rettungsschwimmen (20 Prozent), Stand-Up-Paddling (18 Prozent) oder Wasserski/Wakeboard (15 Prozent).

„Über 800 konkrete Rückmeldungen spiegeln das große Interesse und die Chance, die Olympische und Paralympische Spiele für eine Stadt bieten, wider. Damit ist Hamburgs Konzept am Ende nicht nur eines einer Projektgruppe oder einer Institution, sondern eines der Hamburgerinnen und Hamburger.“

So geht es weiter: Olympia-Kampagne startet

In den kommenden Wochen wird die Bewerbung im Stadtbild sichtbarer. Dann startet eine Informations- und Motivationskampagne, die von bekannten Persönlichkeiten aus Sport und Stadtgesellschaft unterstützt wird, darunter Patrick Esume, Alexander Zverev, Laura Ludwig, Edina Müller, René Adler und Horst Hrubesch.

Am 31. Mai entscheiden die Hamburgerinnen und Hamburger schließlich in einem Volksentscheid, ob Hamburg als deutscher Bewerber ins internationale Rennen um die Spiele gehen soll. Bereits ab dem 24. April 2026 besteht die Möglichkeit, per Briefwahl abzustimmen.

Weitere Informationen auf der offiziellen Seite der Hamburger Olympia-Bewerbung.

2 Gedanken zu „Warum Olympia in Hamburg eine „Chance für alle“ ist“

  1. Zentrale Nachteile und Risiken einer Olympiabewerbung bzw. Spieleausrichtung
    💰 1. Sehr hohe Kosten & finanzielle Risiken
    Die Gesamtausgaben für die Organisation und Infrastruktur von Olympischen Spielen gehen regelmäßig in die Milliardenhöhe – oft deutlich über den ursprünglich geplanten Budgets. �
    sport-nachgedacht.de +1
    Studien zeigen, dass die Austragung historisch sehr häufig Kostenexplosionen und Budgetüberschreitungen erlebt hat – was zu erheblichen Belastungen für Städte und Länder führen kann. �
    arXiv
    Öffentliche Gelder würden langfristig gebunden, z. B. für Bauprojekte, Sicherheit, Logistik und Betrieb – was andere wichtige Investitionsbereiche (soziale Infrastruktur, Bildung, Wohnungsbau) verdrängen kann. �
    Die Linke Hamburg
    🏙️ 2. Steigende Mieten und soziale Ungleichheit
    Gegner argumentieren, dass Olympische Spiele Mietpreissteigerungen und soziale Verdrängung in der Stadt verstärken könnten, weil neue Veranstaltungen und Investitionen Grundstückspreise hoch treiben. �
    Die Linke Hamburg
    Die Belastung durch steigende Lebenshaltungskosten könnte für Menschen mit niedrigerem Einkommen besonders stark sein. �
    Die Linke Hamburg
    🏗️ 3. Überlastung der Infrastruktur
    Die Spiele stellen enorme Anforderungen an Verkehr, Unterkünfte, Sicherheit und eventuelle Neubauten. Selbst wenn viele Stätten temporär sind, muss die Stadt für tausende Gäste, Medien und Sportler vorbereitet sein. �
    CityMonitor
    Das kann zu Flächenverbrauch, Bauarbeiten in Wohngebieten und zusätzlichen Belastungen für Anwohner führen. �
    CityMonitor
    🏛️ 4. Prioritätsverschiebung in der Stadtpolitik
    Große Mega-Events können die politische Agenda dominieren: Projekte mit direktem Nutzen für lokale Bevölkerung (z. B. Schulen, Parkanlagen, Gesundheits- oder Wohnbauprogramme) könnten zurückgestellt werden. �
    Die Linke Hamburg
    👥 5. Öffentliche Akzeptanz & Demokratiefragen
    Die heutige Debatte zeigt, dass die Meinungen über eine Bewer­bung stark gespalten sind — ähnlich wie schon bei früheren Versuchen (Hamburg hatte 2015 gegen eine Kandidatur für die Spiele 2024 abgestimmt). �
    Wikipedia
    Wenn ein großer Teil der Bevölkerung wenig Vertrauen in die Bewerbung oder Durchführung hat, kann das soziale Spannungen verstärken und politischen Konsens erschweren. �
    Wikipedia
    🧠 6. Unklare langfristige wirtschaftliche Vorteile
    Empirische Studien zeigen oft, dass die wirtschaftlichen Gewinne kurzfristig begrenzt sind und langfristige Prosperität nur schwer messbar ist – und sie hängen stark von vielen Faktoren ab, nicht nur vom Event selbst. �
    gjia.georgetown.edu +1
    🧠 Zusammenfassung der Hauptkritikpunkte
    Was bedeutet das für Hamburg?
    Kritikpunkt
    💰 Massive Kostenrisiken
    Öffentliche Gelder enorm gebunden; Risiko für Stadthaushalt
    🏠 Steigende Mieten & soziale Last
    Belastung für Menschen mit niedrigem Einkommen
    🚧 Infrastrukturprobleme
    Mehr Verkehr, Bauarbeiten und Belastung der Stadt
    📉 Fragliche wirtschaftliche Vorteile
    Gewinn oft geringer als erwartet
    🗳️ Geteilte öffentliche Meinung
    Risiko von politischer und gesellschaftlicher Spaltung

  2. Ich habe gerade das Hamburger Konzept für olympia gelesen. Was mich erstaunt ist, dass es überhaupt kein Wort zur Finanzierng und auch kein Wort zu Sicherheitsvorkehrungen gibt.

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