Mehr als Kulisse: Warum Hamburgs Hafen dank konsequenter Politik auf Kurs ist

Der Hamburger Hafen wächst aktuell schneller als viele seiner Wettbewerber. Melanie Leonhard hat dem Abendblatt die Gründe erklärt.

Melanie Leonhard | Foto: Mina Esfandiari

Der Hafen ist das Herz unserer Stadt: wirtschaftlich und emotional. Wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich steht er im Spannungsfeld globaler Veränderungen: veränderte Handelsströme, neue Allianzen in der Schifffahrt, Digitalisierung, Klimaschutz und internationale Konkurrenz.

Wie Hamburg auch in Zukunft ein starker Hafen- und Industriestandort bleibt, hat die SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt erläutert.

Die Bilanz von Hamburgs Wirtschaftssenatorin fällt trotz herausfordernder Rahmenbedingungen positiv aus: Hamburg steht im Bundesvergleich wirtschaftlich stabil da. Der Arbeitsmarkt ist robust, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst weiter. Und: Der Hafen entwickelt sich besser als viele erwartet haben. Er wächst aktuell schneller als viele Wettbewerber.

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Hafenpolitik mit klarem Kurs: Die Fahrrinnenanpassung ist so gut wie abgeschlossen, die Westerweiterung kommt, ebenso wie die neue Köhlbrandquerung. Der SPD-geführte Senat hat sich klar zum Hafen- und Logistikstandort Hamburg bekannt und investiert in die entsprechende Infrastruktur. Hinzu kommt das Engagement internationaler Partner: Die strategische Partnerschaft der HHLA mit MSC zeigt bereits positive Effekte, nun folgt der Einstieg von CMA/CGM bei Eurogate. Internationale Großreedereien glauben an den Standort Hamburg.

In den vergangenen Jahren hat sich die weltweite Schifffahrt stark verändert. Mit dem 2023 beschlossenen neuen Hafenentwicklungsplan hat der Hamburger Senat reagiert und die Zukunft des Hafens breiter aufgestellt. Neben dem Containerumschlag rücken neue Felder wie erneuerbare Energien, flüssige Massengüter, E-Commerce und Technologie in den Fokus.

Hafen ist mehr als Kaikante

Der Hafen, so Melanie Leonhard, dürfe nicht auf Containerbrücken reduziert werden: Seine Bedeutung reicht viel weiter als die Kaikante. Rund 40 Prozent der Ladung bleibt in der Metropolregion, wird weiterverarbeitet, veredelt und schafft Wertschöpfung in Industrie, Logistik und Forschung.

Umschlag, Industrie und Wissenschaft gehören in Hamburg zusammen. Lebensmittelöle, Pharma-Vorprodukte, Maschinenbau, maritime Technik oder Zukunftstechnologien wie CCS – der Hafen ist ein industrielles Ökosystem. Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer CML, moderne Werften oder Logistik-Innovationszentren sind eng eingebunden.

Als Beispiel für die verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Hafens nennt Melanie Leonhard die Westerweiterung im Waltershofer Hafen: Sie erhöht die nautische Sicherheit, verbessert die Erreichbarkeit und schafft Flächen für Automatisierung und moderne Terminaltechnik. Doch dafür seien weiter konsequente Entscheidungen nötig: „Wertschöpfung kommt nicht von allein, man muss etwas dafür tun. Dafür ist dieses Infrastrukturvorhaben zentral. Hafen ist halt nicht nur Folklore und Kulisse, da passiert auch etwas.“

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