Am 7. Mai hat sich der neue Senat konstituiert. Rund 100 Tage später zeigt sich, dass Hamburg auf erfolgreichem Kurs bleibt. Von Investitionen in Milliardenhöhe über bezahlbares Wohnen bis hin zu positiven Entwicklungen in Hafen, innerer Sicherheit, Mobilität, Wissenschaft und Kultur – die neue Regierung hat Tempo aufgenommen und wichtige Entscheidungen getroffen, die das Leben in unserer Stadt verbessern.
Ein Überblick:
Investitionen für die Zukunft
Mit der Reform der Hamburger Schuldenbremse hat die Stadt neue Spielräume geschaffen, um in den kommenden Jahren Rekordinvestitionen in die öffentliche Infrastruktur möglich zu machen. Rund 30 Milliarden Euro fließen in Schulen, Krankenhäuser, Hochschulen, Straßen und ÖPNV, Kultur und Energiewende. Hinzu kommen zusätzliche finanzielle Möglichkeiten aus dem Sondervermögen des Bundes. Erwartet werden positive Effekte für Wachstum und Beschäftigung in Hamburg.
Bürgernahe Dienstleistungen – auch am Samstag
Der Hamburg Service vor Ort baut sein bürgernahes Verwaltungsangebot weiter aus: Anfang Juni ist der neue Flagship-Store am Großen Burstah an den Start gegangen. Mit rund 1.000 erwarteten Kundinnen und Kunden täglich, Öffnungszeiten auch am Samstag sowie einem kontinuierlich wachsenden Dienstleistungsportfolio bietet der neue Standort einen echten Mehrwert.
Hamburg weiter Spitze bei der Digitalisierung
Mit der Kampagne „Hamburg – digital für Dich“ wird die Bekanntheit digitaler Verwaltungsleistungen erhöht und Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zu modernen Services erleichtert. Hamburg ist weiter führend in der Digitalisierung. Dies bescheinigt unter anderem der aktuelle „Deutschland-Index der Digitalisierung“, der Ende Juni veröffentlicht wurde. Hamburg liegt auf Platz 1 aller Bundesländer, wie schon in der vorherigen Untersuchung 2023.
Hamburg wird resilienter gegen Cyberattacken
Mitte Mai hat der Senat die Hamburger Cybersicherheitsstrategie beschlossen. Sie bezieht sich auf den Schutz des Staates, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft. Denn nicht nur für den Staat werden in Zukunft höhere Sicherheitsstandards gelten, sondern für alle Betreiber kritischer Infrastruktur und damit auch für zahlreiche Unternehmen.
Bezahlbarer Wohnraum
Schutz vor Mietwucher: Mit der Verlängerung der Mietpreisbremse sorgt der Senat für Sicherheit bei den Mieten. Auf Hamburger Initiative hat die neue Bundesregierung nun die Verlängerung bis 2029 auf den Weg gebracht. Gleichzeitig geht der neue Hamburg-Standard an den Start. Pilotprojekt wird das Wilhelmsburger Rathausquartier: 13 weitere Projekte mit 1.200 Wohnungen zeigen, dass schnelleres und günstigeres Bauen ohne Qualitätsverlust möglich ist.
Hamburg wird sicherer
Die Kriminalität in Hamburg ist weiter rückläufig. Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnet die Polizei 8 Prozent weniger Straftaten als im Vorjahreszeitraum. Erfreulich ist insbesondere der Rückgang der Gewaltkriminalität um mehr als 300 Fälle (-6,9 Prozent) sowie der deutliche Rückgang bei Tötungsdelikten. Maßnahmen wie das vor einem halben Jahr in Kraft getretene Waffenverbot im ÖPNV zeigen Wirkung und werden konsequent durchgesetzt.
Verkehr: Wirksam gegen hohen Parkdruck
Der Senat erarbeitet den Masterplan Parken, um in Gebieten, in denen der Parkdruck besonders hoch ist, für Linderung zu sorgen. Unmittelbar nach Bildung des neuen Senats ist das angekündigte Parkplatzmoratorium in Kraft getreten, das bedeutet, dass alle Maßnahmen, die mit der Umwandlung von Parkraum verbunden sind, geprüft werden. Durch kluge Umplanung konnten bereits über 400 Parkplätze in Hamburg gerettet werden. Die Mobilitätswende im Zentrum der Stadt wird derweil am fast fertig umgebauten Jungfernstieg sichtbar. Beim UITP-Kongress hat Hamburg seine Innovationskraft im Nahverkehr vor einem internationalen Publikum unter Beweis gestellt.
Schule: Informatik als Pflichtfach und mehr Schulsozialarbeit
Mit dem neuen Schuljahr startet an allen weiterführenden Schulen die Einführung von Informatik als Pflichtfach. Der Einführung ging eine einjährige Pilotphase voraus. Wie im rot-grünen Koalitionsvertrag verankert, wird zudem die Schulsozialarbeit weiter ausgebaut: Alle Startchancenschulen und Gymnasien erhalten jetzt Mittel für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Dafür werden 102 neue Stellen für Schulsozialarbeit geschaffen, begleitet von einer jährlichen Investition von rund 7,2 Millionen Euro.
Um die psychische Gesundheit von Kindern- und Jugendlichen zu verbessern, hat die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) 2025 im Mai unter Vorsitz Hamburgs klare Zeichen für eine bessere Prävention in der Kinder- und Jugendhilfe gesetzt.
Das Schulbauprogramm wird fortgeführt, um Neubau, Zubau und Sanierung auf hohem Niveau zu erhalten. Mehrere Schulbauprojekte konnten in den letzten Wochen gestartet oder fertiggestellt werden, zum Beispiel an der Elbinselschule (Wilhelmsburg), am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (Harburg) und an der Schule Stockflethweg (Langenhorn).
Hafen: Positive Entwicklung und Großinvestitionen
Der Hamburger Hafen hat im ersten Halbjahr 2025 ein kräftiges Wachstum beim Containerumschlag verzeichnet und Marktanteile gegenüber den Konkurrenten gutgemacht. Mit einem Plus von 9,3 Prozent auf 4,2 Millionen Standardcontainer (TEU) zeigt der Hafen trotz weiterhin schwieriger geopolitischer Lage einen stabilen Aufwärtstrend.
Anfang Juli hat der Senat die Erweiterung des Drehkreises im Waltershofer Hafen sowie den Bau weiterer Schiffs-Liegeplätze auf den Weg gebracht. Rund 1,1 Milliarden Euro werden in die Westerweiterung investiert, um den Hafen effizient, modern und klimafreundlich zu machen. Im Klärwerk Dradenau investiert Hamburg 60 Millionen Euro in Deutschlands größte Abwasserwärmepumpe, die ab 2026 rund 40.000 Haushalte klimaschonend mit Wärme versorgt und rund 90.000 Tonnen CO2 einspart.
Wirtschaft: Hamburg legt erste Logistikstandortstrategie Deutschlands vor
Anfang Juni hat der Senat die „Strategie für den Logistikstandort Hamburg 2035“ vorgestellt. Es ist die erste dieser Art in Deutschland, vorgelegt vom größten Logistikstandort des Landes.
Impulse für Wissenschaft
Hamburg stärkt seine Rolle als führender Forschungsstandort: Mit einem fünften Exzellenzcluster, neuen Forschungszentren und dem Teilchenbeschleuniger PETRA IV – dessen Finanzierung überwiegend der Bund trägt – setzt die Stadt Maßstäbe in der Wissenschaft. Gleichzeitig entsteht mit den „Impossible Founders“ ein neuer Start-up-Hub, der über ein Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro verfügt und gezielt wissensbasierte Gründungen im Bereich Deep-Tech unterstützt.
Auf dem Campus der Science City Hamburg Bahrenfeld soll mit dem Hamburg Fundamental Interactions Laboratory (HAFUN) ein in Deutschland einzigartiger Forschungsbau für die Physik entstehen. Das hat der Senat am 22. Juli beschlossen. Das HAFUN schafft modernste Bedingungen mit spezialisierter Infrastruktur, Hightech-Laboren und Großgeräten, die neuartige Experimente ermöglichen – insbesondere der Teilchen- und Astroteilchenphysik sowie der nichtlinearen Quantenoptik –, die maßgeblich am Exzellenzcluster Quantum Universe der Universität Hamburg beteiligt sind.
Kultur und Kreativwirtschaft
Die Kulturmetropole wächst: Die Bürgerschaft stellt auf SPD-Initiative Gelder für Liveclubs bereit. Die Planungen zum „Haus der Digitalen Welt“ und der neuen Staatsoper am Baakenhöft gehen weiter. Die grundlegenden Sanierungen und Erweiterungen unter anderem von Kampnagel, dem Museum für Hamburgische Geschichte und des MARKK sind auf den Weg gebracht. Mit der tariflichen Eingruppierung von Stellen in der Stadtteilkultur setzt Hamburg ein wichtiges Zeichen für faire Bezahlung auch in der Kultur.
Hamburg etabliert sich weiter als führender Standort der Kreativwirtschaft und Treiber kreativer Arbeit. Hierzu baut die Stadt die Angebote der Hamburg Kreativ Gesellschaft weiter aus. Gerade erst hat die Hamburg Kreativ Gesellschaft mit der Schule an der Seilerstraße (St. Pauli) einen neuen Kreativort eröffnet. Zudem hat die Stadt unter anderem die Mittel für die Filmförderung um jährlich fünf Millionen Euro erhöht.
Gesundheit und Soziales
Am Standort Groß-Sand soll nach den Plänen des Senats eine neue Stadtteilklinik entstehen, die ambulante medizinische Versorgung mit stationären Angeboten verbindet. Ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Versorgungskonzept für die Elbinsel. Mit dem Ausbau der Straßensozialarbeit erweitert die Stadt ihre Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit.
Seit Anfang Juli können in Hamburg Modellvorhaben zur Substanzanalyse von Drogen durchgeführt werden (stationär oder in Drogenkonsumräumen), das sogenannte Drug Checking. Drug-Checking-Angebote können gesundheitliche Risiken für Konsumierende illegaler Drogen verringern und Todesfälle, beispielsweise durch Verunreinigung und Überdosierung, verhindern. Darüber hinaus ermöglichen sie der Suchthilfe einen Kontakt zu Nutzerinnen und Nutzern und eröffnen diesen einen Zugang zu Beratung, Hilfs- und Aufklärungsmaßnahmen.
Positive Baumbilanz
Hamburg wurde am 4. Juli mit dem Preis „Europäische Stadt der Bäume“ ausgezeichnet. Er würdigt das herausragende Engagement der Stadt im Baum-Management, gerade im Hinblick auf die Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Klimabedingungen. Im Bereich Straßenbäume kann Hamburg zum zweiten Mal in Folge eine positive Baumbilanz vorweisen: 2024 wurden 1.850 Straßenbäume gepflanzt und damit 285 mehr als in dem Jahr gefällt werden mussten. Seit 2015 ist Hamburgs Straßenbaumbestand kontinuierlich gewachsen.
Justiz: Mehr Personal bei Gerichten und Staatsanwaltschaften
Als Reaktion auf den Anstieg der Verfahrenszahlen wird die Staatsanwaltschaft im Jahr 2025 um 15 Stellen verstärkt. Eine weitere Verstärkung erfolgt im Jahr 2026 um 13 zusätzliche Stellen. Aktuell sind praktisch alle Stellen von Staatsanwält*innen und Amtsanwält*innen entweder besetzt oder werden in Kürze besetzt sein. Als Reaktion auf den Fachkräftemangel werden auch verstärkt Quereinsteigende geworben und in einem speziellen Programm qualifiziert – mit Erfolg: Bisher konnten rund 80 neue Mitarbeitende aus unterschiedlichsten Berufsgruppen gewonnen werden. Um mit den umliegenden Bundesländern und ähnlichen Berufsbildern konkurrenzfähig zu bleiben, hat der Senat die Einführung der Heilfürsorge auch im Justizvollzug auf den Weg gebracht.
Die Bundesregierung hat sich auf eine Neuauflage des 2021 ausgelaufenen Pakts für den Rechtsstaat mit den Ländern verständigt. Der Bund will nach einem Kabinettsbeschluss rund eine halbe Milliarde Euro in den nächsten vier Jahren für zusätzliche Stellen und die Digitalisierung der Justiz bereitstellen. Dies hatten die Länder seit Jahren gefordert – insbesondere Hamburg hatte den Druck auf den Bund hochgehalten.
Internationales: Die Welt zu Gast in Hamburg
Die Hamburg Sustainability Conference (HSC) fand am 2. und 3. Juni erfolgreich zum zweiten Mal im Rathaus und der Handelskammer statt, mit rund 2.000 Gästen aus 106 Ländern sowie den Leitern von 15 internationalen Organisationen. Die HSC 2025 wurde durch die Hamburg Sustainability Week (HSW) vom 1. bis 6. Juni 2025 mit über 120 Veranstaltungen sowie den Future Economy Day am 4. Juni erweitert. Hamburg festigte damit seine Position als internationaler Konferenzstandort und rückte das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt von Stadtgesellschaft und Stadtgespräch.
Vom 23. bis 29. Juni fand die elfte India Week Hamburg statt. Mit rund 80 Veranstaltungen lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Fachkräftemigration sowie unternehmensrelevanten Geschäftsbedingungen zwischen Deutschland und Indien. Die India Week gilt laut der Fachkräftestrategie Indien des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales als Leuchtturmprojekt für Integration. Im Juni wurde zudem das 15-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dar es Salaam gefeiert.