Grundstein für die Industrie der Zukunft

So wird Hamburg zur Wasserstoff-Hauptstadt: In Moorburg entsteht eine Anlage für die Produktion von grüner Energie

Während Bagger noch die Reste des stillgelegten Kohlekraftwerks beseitigen, stehen nebenan schon die ersten Wände für eine gigantische Halle. In Moorburg wird an der Zukunft der Industrie gebaut. Im Hamburger Hafen haben Bürgermeister Peter Tschentscher und Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard Anfang Dezember den Grundstein für einen Groß-Elektrolyseur gelegt. Hier soll aus Wind- und Solarenergie grüner Wasserstoff werden.

Rund 10.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr soll die neue Anlage, die ein Konsortium unter Beteiligung der städtischen Hamburger Energiewerke errichtet, in der ersten Ausbaustufe ab 2027 produzieren – eine Schlüssel-Technologie für die Transformation von Hamburgs Industrie. Denn gerade in der energieintensiven Stahl- oder Chemieindustrie, wo die direkte Versorgung mit Öko-Strom an ihre Grenzen stößt und die bislang auf Gas angewiesen ist, soll künftig grüner Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Profitieren soll vor allem Hamburgs Industrie

„Die Umstellung von fossilem Gas auf Wasserstoff ist ein wichtiger Schritt, um industrielle Prozesse auch dann möglich zu machen, wenn wir parallel unsere Klimaziele erreichen müssen“, sagt Wirtschaftssenatorin und SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard. „Der Elektrolyseur in Moorburg ist deswegen Teil der Lösung, um Dekarbonisierung in Hamburg ganz real umzusetzen – nicht nur als fernen Plan, sondern ganz konkret.“

Mit der Windenergie im Norden, dem Anschluss an das überregionale Wasserstoffnetz und vielen großen Industrieunternehmen ist Hamburg ein idealer Standort für den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft. Am Hamburg Green Hydrogen Hub sollen künftig aber nicht nur große Mengen Wasserstoff produziert werden: Der Anschluss an das überregionale Netz sowie das integrierte Schiffsterminal erlauben den Import zusätzlicher Kapazitäten, um den Energiebedarf von Industrie- und Logistikbetrieben decken zu können.

Mit dem Projekt in Moorburg übernimmt Hamburg eine Vorreiterrolle und verbindet Klimaschutz, Industriepolitik und Standortentwicklung. Der Wandel vom Kohlekraftwerk zum Wasserstoffstandort zeigt, wie aus alten Strukturen neue Zukunft entstehen kann – mit positiven Folgen für Klima, Produktion und gute Arbeitsplätze.

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Übrigens: Auch anderswo im Hafen gibt es gute Nachrichten: Als erster Hafen Europas kann Hamburg die größten Containerschiffe der Welt mit Landstrom versorgen. Ab 2026 wird Landstrom an allen Kreuzfahrtterminals verfügbar sein und der Containerumschlag erfolgt zunehmend elektrifiziert.

Die Ladungsmengen legen zu, der Hafen gewinnt an Marktanteilen. Und mit dem geplanten Einstieg einer Großreederei wird die Transformation des Waltershofer Hafens vorangetrieben.

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